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1890

Gründungsjahr

Die ersten Feuerwehren gingen in den Städten aus den Turnvereinen hervor. Die erste Feuerwehr in NÖ wurde 1861 in Krems gegründet. Ausschlaggebend für die Gründung unserer Feuerwehr waren sicherlich die in dieser Zeit zahlreichen Bränden die auch Wolfpassing immer wieder heimsuchten und denen man hilflos gegenüberstand. Deshalb wurde am 27.1.1889, in einer Ausschußsitzung des Bezirksfeuerwehrverbandes Tulln im Arbeitsprogramm als Schwerpunkt die Gründung neuer Feuerwehren im Bezirk Tulln beschlossen.

16.11.1890

Beschluß zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wolfpassing. Der Schulleiter Ferdinand Partouk wurde mit der Ausarbeitung und Einsendung der Gründungsstatuten beauftragt. Gleichzeitig wurde vom Gemeinderat der Bau eines Spritzenhauses mit Glockenturm beschlossen.

1891

25.01.

Der Obmann des Bezirksfeuerwehrverbandes Tulln, Berger, teilt in einer Ausschußsitzung die Gründung der F. F. Wolfpassing mit.

28.02.

Unter Stadthaltereizahl 9561 ex. 1891 der K.K. Nö. Stadthalterei erfolgt mit Text "Nichtuntersagung der Gründung der F.F. Wolfpassing" die offizielle und öffentliche Eintragung und Bekanntmachung der Gründung im Vereinsregister. Hiezu muß man wissen, daß die Feuerwehren damals keine öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sondern Vereine waren.

21.06.

In St. Andrä findet eine Gruppenübung statt, an der erstmals die F. F. Wolfpassing teilnimmt.

12.07.

Mit den bereits gegründeten Feuerwehren der Umgebung wird das Gründungsfest gefeiert. Ebenfalls im Jahre 1891 erhält die Feuerwehr vom Landesausschuß die Zuerkennung einer Gründungssubvention von 300 Gulden bewilligt.

1897

Erste große Bewährungsprobe für die Feuerwehr Wolfpassing anläßlich eines Donauhochwassers im August, welches auch die Felder Wolfpassings überflutet. Mit Unterstützung und in Verbindung mit der Feuerwehr wird eine Sanitätstruppe für Wolfpassing und die umliegenden Orte gebildet. Der erste Feuerwehrsanitätsdienst war geboren.

1899

Erneut Hochwasseralarm für die Feuerwehr. Der Schaden war noch größer als 1897

1901

Erste urkundlich feststellbare Veranstaltung der Feuerwehr -ein Kränzchen mit einem Reingewinn von 37 Kronen und 78 Heller. Trotzdem erwirtschaftete die Feuerwehr per 31. 12. 1901 ein Defizit von 59 Kronen und 75 Heller. Darlehensaufnahmen in diesen Jahren bei der örtlichen Raiffeisenkasse, die 1891 in Wolfpassing gegründet würde (die jetzige Raika Zeiselmauer), waren keine Seltenheit. So wie heute sah sich die Feuerwehr bereits damals genötigt, diverse Veranstaltungen zur Hereinbringung von finanziellen Mitteln abzuhalten. So wurden oft in einem Jahr 3 Veranstaltungen ein Kränzchen, ein Weinlesefest und ein Ball abgehalten. Der Ball wurde in dieser Zeit allerdings nicht Feuerwehr, sondern Schlafhaubenball genannt.

1905

12.04.

Brand des Gemeindehauses in Wolfpassing. Erster urkundlich erwähnter Großbrandeinsatz der Feuerwehr im eigenen Ort.

1907

25.08.

Der Bezirksfeuerwehrtag berichtet von bereits 27 Feuerwehren die in fünf Gruppen, heute Unterabschnitte bezeichnet, eingeteilt sind. Wolfpassing befindet sich mit den Feuerwehren Königstetten, Zeiselmauer, Muckendorf und Kirchbach in einer Gruppe.

1910

In Wolfpassing wird der Bezirksfeuerwehrtag abgehalten.

1912

Die Feuerwehr beantragt den Beitritt zur Feuerwehrkrankenkasse.

1917

30.07.1917

Durch Brandstiftung hat die Feuerwehr einen großflächigen Waldbrand zu bekämpfen.

1918

06.08.1918

Um 2.15 Uhr brach ein Brand mitten im Dorf aus. Neben der Unterstützung der Nachbarfeuerwehren Königstetten, St. Andrä und Zeiselmauer halfen fast die gesamte Ortsbevölkerung und die Wiener Sommergäste bei der Brandbekämpfung. Große Schwierigkeiten bereitete die mangelnde Wasserversorgung. Die Feuerwehr hatte bereits seit Jahren erfolglos den Bau eines Wasserbehälters gefordert. Die Gemeinde wird deswegen auch in einem ausführlichen Beriecht über den Brand in den Mitteilungen des Nö Landesfeuerwehrverbandes heftigst kritisiert. Wortwörtlich heißt der Schlußsatz: "Man sollte es kaum für möglich halten, daß 22 km von Wien, dem Kulturmittelpunkt des Reiches, eine der beliebtesten Sommerfrischen derartige Zustände aufzuweisen hat."

1919

06.02.

Auf Grund der Kriegsereignisse wurde nachträglich feierlich in Hagers Gasthaus das 25 jährige Gründungsfest gefeiert.

29.07.

Die Feuerwehr unter Hauptmann Geyer urgiert neuerlich eindringlich schriftlich bei der Gemeinde die Errichtung eines Wasserbehälters. Die finanziell angespannte Lage der Gemeinde nach dem Krieg erlaubt jedoch nicht, diesem Wunsch Folge zu leisten.

1920

Durch Hauptmann Geyer als Berufsfeuerwehrmann wurden ausgezeichnete Kontakte zur Wiener Berufsfeuerwehr geknüpft. Besonders freundschaftliche Beziehungen gab es zur Feuerwehr Hernals. Diese spendete unserer Feuerwehr Ausrüstungsgegenstände und am 8.August war man zum Gründungsfest in Hernals eingeladen und wurde besonders herzlich empfangen. In Wolfpassing selbst gab es nach Gründung einer Sängerrunde 1919 und dem bereits 1901 gegründeten Verschönerungsverein 3 Vereine, die in dieser Dekade eng verbunden waren. Viele waren Mitglieder bei allen Vereinen, und es wurden viele schöne Feste mit der Ortsbevölkerung und den Wiener Sommergästen gefeiert.

1921

Von der Wiener Berufsfeuerwehr wird ein Feuerwehrauto vorgeführt. Wegen der hohen Anschaffungskosten war jedoch an den Ankauf eines eigenen Einsatzfahrzeuges nicht zu denken. Am 22.März wird dafür ein Mannschaftswagen für Pferdegespann um 12.000 Kronen angekauft.

14.08.

30jähriges Gründungsfest mit Schauübung. 10 Feuerwehren der Umgebung und Mitglieder der Wiener Berufsfeuerwehr nahmen daran teil.

1922

Die Wehr tritt dem Feuerwehrunterstützungsverein bei.

1923

Von der Schnelligkeit und "Trockenheit" unserer Feuerwehr berichtet die Chronik von einem Brandeinsatz in St. Andrä wie folgt: "Spritzenhornist Hirsch war zufällig in St. Andrä, erfuhr von diesem Brand und kam im Laufschritt nach Wolfpassing, alarmierte die Wehr und in wenigen Sekunden war diese von Wolfpassing abgefahren, so daß sie kurz nach Ankunft der Wörderner Wehr am Brandplatz ankam. Dort mußten sie tatkräftig eingreifen und kamen nach 2 Stunden voll beschmutzt und ohne eingekehrt zu sein nach Wolfpassing zurück." Ob dann in Wolfpassing eingekehrt wurde, verschweigt die Chronik.

1925

Das Jahr war von etlichen Brandeinsätzen in Wolfpassing und in Zeiselmauer gekennzeichnet. Die Schaffung der Feuerwehr stellte sich als Segen für die Orte heraus. Die Brände konnten zumindest so weit lokalisiert werden, daß nicht wie früher ganze Häuserzeilen abbrannten. Der größte Brandeinsatz war am 23.Mai auf dem Zimmereiplatz

1928

Lieferung einer Rosenbauerspritze samt Wagen. Kostenpunkt 7.400 Schilling.

1929

Der Brandschutz in Wolfpassing wird schlagartig verbessert. Die Feuerwehr als ständige treibende Kraft, das Ertrinken eines Mannes und eines Kindes in den Jahren 1924 und 1925 in der Schwemme, veranlaßte die Gemeinde schließlich doch zur Errichtung einer Feuerlöschwasseranlage. Die Schwemme in der Massingergasse wurde zu einem Wasserreservoir mit einem Fassungsvermögen von 90.000 Liter umgebaut und ein zweites mit 30.000 Liter im Zentrum errichtet. Damit standen (stehen) im Notfall 120.000 Liter Wasser zur Verfügung, und nun hatte das vorher kritisierte Wolfpassing eine der besten Wasserversorgungen des ganzen Umkreises. Am 7.Juli. wurde mit einem großen Fest bei der ehemaligen Schwemme vor dem Schloß die Errichtung der Feuerlöschwasseranlage und vor allem die feierliche Einweihung der im Jahre 1928 angekauften Motorspritze vorgenommen. Eine Sammelaktion brachte das Rekordergebnis von 1.829,57 Schilling. Zum Abschluß fand eine Gruppenübung statt, wo die jubilierende F.F. Wolfpassing den besten Eindruck hinterließ.

1932

Die Wasserversorgung wird durch den Bau des Löschbrunnens - Ecke Bahnhofstraße/Iselgasse weiter verbessert.

1936

28.05.

Nach einem großen Unwetter steht die Feuerwehr im Einsatz. Die Wassermassen ergossen sich über die Massingergasse. Das Haus der Dorfschmiede mußte infolge starker Beschädigungen abgetragen werden.

1947

In diesem Jahr wurde das erste Feuerwehrauto aus Armeebeständen angekauft.

1948

Weihe dieses Fahrzeuges mit Feldmesse im Schloßgarten.

1950

Die Feuerwehr feiert ihr 60jähriges Gründungsfest. Die Feuerwehren werden zu neuen Gruppen zusammengefaßt. Wolfpassing kommt zu St. Andrä, Hintersdorf und Kirchbach.

1951

Nach schweren Regenfällen gibt es einen Dammbruch (Graben Königstetten), welcher eine Überflutung des gesamten unteren Ortsteiles auslöste. Alle Keller und auch teilweise Wohnräume waren überflutet, die von der Feuerwehr ausgepumpt werden mußten.

1953

20.06.1953

Die Feuerwehr nimmt bei den 3 Landesleistungsbewerben in Tulln erstmals und erfolgreich an Leistungsbewerben teil.

1955

02.08.

Ein verheerendes Unwetter ging über Wolfpassing nieder. Für die Feuerwehr gab es im Ort Katastrophenalarm. Die Massingergasse glich einem Flußbett, darin Geröll und große Steine, die vom Wald heruntergeschwemmt wurden. Die Feuerwehr war tagelang mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Für die Auspumparbeiten mußte auch die Landesfeuerwehrschule Tulln zu Hilfe gerufen werden.

1957

Von der Feuerwehr wird erstmals der Bau eines Schlauchturmes gefordert, die Gemeinde erteilt aus finanziellen Gründen eine Absage.

1961

Ankauf eines gebrauchten VW-Kombi und Umbau zum Feuerwehrauto, nachdem das 1948 angekaufte Fahrzeug nicht mehr einsatzbereit war. Kostenpunkt 11.000 Schilling.

1962

Bau eines Tragkraftspritzenanhängers durch Feuerwehrkameraden.

1963

Ankauf einer neuen Tragkraftspritze (TS75) mit Saugschläuchen um 37.800 Schilling.

1964

Erste Wasserversorgung über Hydranten in der Frankengasse durch Bau einer Wasserleitung.

1965

Renovierung des Zeughauses.

1967

Ankauf einer elektrischen Sirene.